The Cardigan and the Sandwich
Das Cardigan und das Sandwich. Was haben die beiden gemeinsam, sodass sie hier zusammen auftauchen? Nun, sie sind beide very british. Und sie sind beide jeweils nach den britischen Adeligen benannt, denen wir sie zu verdanken haben. Das Cardigan ist eine Erfindung aus dem Krimkrieg, benannt nach James Thomas Brudenell, dem 7. Earl of Cardigan. Das Sandwich ist eine Erfindung von den Schlachtfeldern des Kartenspiels - der Legende nach bestellte John Montagu, der vierte Earl of Sandwich, während eines langen Kartenspiels sein Abendessen zwischen zwei Brotscheiben, um es neben dem Spiel verspeisen zu können. Seine Mitspieler, die offenbar nur auf die Erfindung des Fast Food gewartet hatten, bestellten daraufhin "the same as Sandwich", und das war der Anfang von Ende der vernünftigen Mahlzeit.
Und both Sandwich und Cardigan gehören zu jenen kulturellen Boshaftigkeiten, über die man abfällig die Nase rümpft, bis man sich eines Tages selbst in einem Cardigan mit einem Sandwich in der Hand im Kaffeehaus sitzend ertappt. Mit einer Tasse Tee.
Ah, das Sandwich, dieses hinterhältigste aller Nahrungsmittel! Drehte es mir letztes Jahr beim Gedanken an labriges Weißbrot mit Schinken, Cheddar und Salat dazwischen noch regelmäßig den Magen um, und schwor ich auch noch so sehr dem Schwarzbrot ewige Treue - dieses Jahr scheint etwas seltsames mit mir passiert zu sein. In meinem Hirn wird das Wort "Sandwich" immer mehr zum Synonym für "Mittagessen". Bekam ich letztes Jahr noch eher hysterische Kicheranfälle, wenn ich auf Sandwichetiketten Dinge wie "Chicken, Stuffing and Coleslaw" las, betrachte ich dieses nun als echte Alternative zum Käsbrot. Vielleicht bin ich einfach schon zu lange hier, surrounded by sandwiches, die sich langsam, aber sicher in meine Essgewohnheiten schleichen. Vielleicht sind es die Preise für vernünftiges Essen, die mich unausweichlich zum Sandwichesser machen. Vielleicht sind es auch die köstlichen Sandwiches, die Smokey's auf der Uni verkauft. Labriges Weißbrot! Turkey, Cranberry and Spinach-Füllung! Was will der hungrige Student mehr...?
Und das Cardigan. Vor kurzem verspürte ich den Wunsch, nicht mehr jedes Mal angeschaut zu werden, als käme ich direkt aus dem Zoo, sobald ich mein Haus verlasse. Ich beschloss also, mich zumindest ein bisschen an die irischen Kleidersitten anzupassen, und ging zu Penneys (der Quelle des Bösen). Nachdem ich das halbe Sortiment durchprobiert hatte, war ich einigermaßen verzweifelt: Ein Rock, der länger als zehn Zentimeter ist? Schuhe mit Absätzen, die niedriger als zehn Zentimeter sind? Eine Skinny Jeans, die bei irgendjemandem über Size Zero vorteilhaft aussieht? Ein Top mit Schnitt? Nicht zu kriegen, und ich fand mich schon fast damit ab, mit Jeans und Sneakers weiterhin eure Julia aus dem Zoo zu sein.
Doch dann fand ich die Lösung: Ich habe mir ein Cardigan gekauft. Ein - man glaubt es kaum - hier für Irinnen in meinem Alter absolut akzeptables Kleidungsstück. Interessanterweise ist es auch absolut trendy, sie in den erzkonservativsten Farben und formlosesten Schnitten zu tragen. Meines ist allerdings sensible schwarz, und nicht in einem dieser Oversize-Designs mit Namen "Boyfriend"-Cardigan, die sich meine Uroma geweigert hätte zu tragen, weil sie sie für "altmodisch" befunden hätte. Ernsthaft, Sachen die meine Uroma als "von vorgestern" bezeichnet hätte, sind hier momentan total in - Tischtuchblümchenmuster, Tapetenfarben, Kartoffelsackcardigans (die dann natürlich stilecht mit Strumpfhose, Gürtel und ohne Rock getragen werden).
Jedenfalls fühle ich mich mit meinem neuen Cardigan nun für alle Situationen gerüstet, von Fortgehen ins Pub bis zu Tea mit der Queen. Und kombiniert mit nicht-skinny Jeans und einem Top in vernünftiger Farbe schaue ich damit nicht einmal aus wie ein Sandwich. Super.
Und both Sandwich und Cardigan gehören zu jenen kulturellen Boshaftigkeiten, über die man abfällig die Nase rümpft, bis man sich eines Tages selbst in einem Cardigan mit einem Sandwich in der Hand im Kaffeehaus sitzend ertappt. Mit einer Tasse Tee.
Ah, das Sandwich, dieses hinterhältigste aller Nahrungsmittel! Drehte es mir letztes Jahr beim Gedanken an labriges Weißbrot mit Schinken, Cheddar und Salat dazwischen noch regelmäßig den Magen um, und schwor ich auch noch so sehr dem Schwarzbrot ewige Treue - dieses Jahr scheint etwas seltsames mit mir passiert zu sein. In meinem Hirn wird das Wort "Sandwich" immer mehr zum Synonym für "Mittagessen". Bekam ich letztes Jahr noch eher hysterische Kicheranfälle, wenn ich auf Sandwichetiketten Dinge wie "Chicken, Stuffing and Coleslaw" las, betrachte ich dieses nun als echte Alternative zum Käsbrot. Vielleicht bin ich einfach schon zu lange hier, surrounded by sandwiches, die sich langsam, aber sicher in meine Essgewohnheiten schleichen. Vielleicht sind es die Preise für vernünftiges Essen, die mich unausweichlich zum Sandwichesser machen. Vielleicht sind es auch die köstlichen Sandwiches, die Smokey's auf der Uni verkauft. Labriges Weißbrot! Turkey, Cranberry and Spinach-Füllung! Was will der hungrige Student mehr...?
Und das Cardigan. Vor kurzem verspürte ich den Wunsch, nicht mehr jedes Mal angeschaut zu werden, als käme ich direkt aus dem Zoo, sobald ich mein Haus verlasse. Ich beschloss also, mich zumindest ein bisschen an die irischen Kleidersitten anzupassen, und ging zu Penneys (der Quelle des Bösen). Nachdem ich das halbe Sortiment durchprobiert hatte, war ich einigermaßen verzweifelt: Ein Rock, der länger als zehn Zentimeter ist? Schuhe mit Absätzen, die niedriger als zehn Zentimeter sind? Eine Skinny Jeans, die bei irgendjemandem über Size Zero vorteilhaft aussieht? Ein Top mit Schnitt? Nicht zu kriegen, und ich fand mich schon fast damit ab, mit Jeans und Sneakers weiterhin eure Julia aus dem Zoo zu sein.
Doch dann fand ich die Lösung: Ich habe mir ein Cardigan gekauft. Ein - man glaubt es kaum - hier für Irinnen in meinem Alter absolut akzeptables Kleidungsstück. Interessanterweise ist es auch absolut trendy, sie in den erzkonservativsten Farben und formlosesten Schnitten zu tragen. Meines ist allerdings sensible schwarz, und nicht in einem dieser Oversize-Designs mit Namen "Boyfriend"-Cardigan, die sich meine Uroma geweigert hätte zu tragen, weil sie sie für "altmodisch" befunden hätte. Ernsthaft, Sachen die meine Uroma als "von vorgestern" bezeichnet hätte, sind hier momentan total in - Tischtuchblümchenmuster, Tapetenfarben, Kartoffelsackcardigans (die dann natürlich stilecht mit Strumpfhose, Gürtel und ohne Rock getragen werden).
Jedenfalls fühle ich mich mit meinem neuen Cardigan nun für alle Situationen gerüstet, von Fortgehen ins Pub bis zu Tea mit der Queen. Und kombiniert mit nicht-skinny Jeans und einem Top in vernünftiger Farbe schaue ich damit nicht einmal aus wie ein Sandwich. Super.
juliecaesar - 13. Okt, 15:18

Aber Cardigan OHNE Rock klingt ja noch gewagter. Gehen diese hübschen Strickjacken nich eigentlich nur bis zur Hüfte? Sprich: steht man da nicht im freien, so ohne daumenbreiten Rock?
Ich werde irische Mode nie verstehen. Und bleibe auch beim Zoo-Outfit: Jeans und Chucks.
Obwohl... heute habe ich schwarze Chucks, lila Strumpfhose, schwarze Stulpen, knielange Jeans und n Top an - gilt das als -40Grad-irisches-Winteroutfit???
Irische Mode kann man nicht verstehen. Tragen kann man sie aber anscheinend mit jeder Figur...
Knielang bedeutet in der irischen Übersetzung übrigens etwa "bodenlang". Was wir als "mini" bezeichnen würden = in Irland "ziemlich lang". Lila Strumpfhose ist ein guter Anfang! Wobei lila ja eigentlich schon letztes Jahr in war. Dieses Jahr ist es, wie uns eine unserer Professorinnen informiert hat, "fuchsia". Chucks gelten als Schuhe, wenn sie einen Absatz haben. Haben sie einen Absatz?
Nein, die haben keinen Absatz. So ein Mist aber auch ;)